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Menschen sind ihr Leben lang Teil verschiedener Gruppen (z. B. Familie, Freunde, Schule, Arbeit), die sie verinnerlicht mittragen. Diese Gruppen beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. Wer wir sind, entsteht unter anderem dadurch, wie wir von anderen Menschen verstanden werden. Gleichzeitig wirken gesellschaftliche Normen und kulturelle Strukturen auf Beziehungen und die eigene persönliche Entwicklung. In der Dynamischen Gruppenpsychotherapie (DG) wird deshalb nicht nur die einzelne Person betrachtet, sondern auch ihre Zugehörigkeit, ihre wichtigen Gruppen sowie deren Einbettung in die Gesellschaft.

In der DG wird somit mit dem Einfluss früherer und aktueller Beziehungserfahrungen gearbeitet. Sie prägen, wie wir uns selbst und andere sehen und wie wir Beziehungen gestalten – Großteils unbewusst.

Die Psychotherapie bietet einen geschützten Raum, in dem neue Beziehungserfahrungen möglich sind. Die DG arbeitet im Einzel-, Paar- und Gruppensetting. Im Einzel- & Paarsetting werden abwesende wichtige innerliche Gruppen miteinbezogen. Im Gruppensetting schafft die Therapeut:in einen Raum für Entwicklung, indem neue, korrigierende Beziehungserfahrungen erlebt werden können. Die Gruppe selbst wird dabei gezielt als Therapieinstrument genutzt. Ziel ist es, isolierte Symptome wieder in verstehbare und veränderbare soziale Konflikte umzuwandeln.
Aus: Maria Majce-Egger, Karin Zajec, Christine Pechtl, Gwendolin Eckert (HG.)(2024). Leben und Denken in Gruppen. Gruppendynamik und Dynamische Gruppenpsychotherapie. Facultas Wien
Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), Fachsektion Gruppendynamik und Dynamische Gruppenpsychotherapie, 11.05.2026


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